• „Ich heiße Sie hier willkommen, wo Bayern am schönsten ist“, so begrüßte der Kabarettist und Parodist Wolfgang Krebs die Besucher im Schlossstadel und hatte somit gleich viele Freunde gefunden.  Er stellte sein neues Programm „Geh zu, bleib da“ vor, eine Aufforderung, die er sich in Schmidmühlen hätte sparen können: Die Besucher blieben, alle, bis zum Schluss. Denn mit Wolfgang Krebs stand einer der besten Parodisten und Kabarettisten auf der  Bühne, den das schöne Bayernland zu bieten hat und wie er selbst schließlich zugeben musste, das nicht nur in  Schmidmühlen am schönsten ist. Außer in den Großstädten. Da ist es ein Wahnsinn, dass alle hinwollen – ein Fazit, mit dem er nicht alleine stand. Aktueller denn je ist sein neues Programm angesichts der Landflucht und der Wohnungsnot in den Großstädten und es war auch ein Plädoyer „am Land zu bleiben“. Um für diese Idee zu werben, holte sich Wolfgang Krebs namhafte Unterstützer in Form des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, dem Bundesinnenminister Horst Seehofer, sogar den bayerischen König Ludwig II bemühte er in die Lauterachtalgemeinde und auch Mutti Angela ließ es sich nicht nehmen,  für die Vorzüge des „Landlebens“ zu werben.  Wolfgang Krebs ist ein Meister des Wortspiels und der Parodie, der die Dinge am Namen nennt, ohne  dass er unter die Gürtellinie schlägt oder in trister Oberflächlichkeit dahinsiecht. Er lässt seine Figuren in seinem Universalort Unterganskobenzeißgrubengernhaferlverdimmering” – der überall ist oder überall sein kann – aufeinandertreffen und die sich dort mit dem Thema Landflucht auseinandersetzen.  Ein Schorsch Heberl berichtet über “Country parship for the hopeless cases” – man erinnerte sich da gleich an „Bauer sucht Frau“ – und berichtet weiter über ein ganzjährig  installiertes Bierzelt, um die Dorfjugend vom Abwandern abzuhalten. So wird durch übermäßigen Alkoholkonsum das Abitur und so das Studium verhindert.

    Es war ein echter Spaß, als Wolfgang Krebs die  parodistische Vielfältigkeit der bayerischen Ministerpräsidenten Söder,  Stoiber, Beckstein und Seehofer in einen Dialog verfallen lässt. Wolfgang Krebs versteht es und verstand es auch in Schmidmühlen, perfekt  in die verschiedensten Typen wie des Schlagerschnulzensängers Meggy Montana aber auch in einen Edmund Stoiber zu schlüpfen.

    Wolfgang Krebs präsentierte in Schmidmühlen ein politisches Kabarett, ohne den Draufschlaghammer zu ziehen, pointiert und messerscharf, aber unaufdringlich und nicht belehrend. Irgendwie erinnerte er schon fast an den legendären Loriot. Ein wirklich gelungener Kabarettabend, den Schmidmühlen wieder einmal dem Heimat- und Kulturverein zu verdanken hat. Im Oktober gastiert übrigens noch die Couplet – AG.

    Fotos pop:  Wolfgang Krebs in verschiedenen Rollen













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